…ist doch nur Liebe!
…ist doch nur Liebe!

…ist doch nur Liebe!

„Hast du mal gesagt. Und dabei den frischen Parmesan auf meine dampfende Pasta gestreut.“

Es gab viele dieser Situationen mit uns. Zwischen uns. Situationen, die irgendwie so zuhause waren, so du, ich. So wir. Dann mochte ich gar nichts sagen, dann wollte ich dich einfach nur still genießen. Deinen Anblick, dein Sein. Dich riechen, dich fühlen und dich dabei beobachten, wie du zum x-ten Mal mit dem Kopf in unserem Backofen gesteckt und versucht hast herauszufinden, weshalb die Lampe von dem alten Ding seit Jahren erst dann funktioniert, wenn irgendwas zum Garen um die 200 Grad braucht. Und wie du dabei geflucht hast. Um mir dann mit einem triumphierenden Grinsen das gelungene Ergebnis deiner Koch-Backofenkünste auf meinen Teller zu geben. Ohne Lampe, aber mit einem Leuchten in deine Augen, das nicht in Graden zu messen war.

Unglaublich, wie du mich dabei angeschaut hast.

Unglaublich, wie es bei solchen Ritualen gar nicht ums Essen ging. Aber um das Leuchten, in deinen Augen. Für mich. Für so viele Jahre. Und um das Erwidern. In meinen Augen. Für dich. Und es war eigentlich egal, was du gerade gemacht hattest. Ich konnte dich am Liebsten den ganzen Tag beobachten, still und wortlos. Dir zusehen, mit welcher Leidenschaft du deine Schuhe geputzt hast und wie dabei dein ganzer Körper mitwackelte, und deine Zungenspitze keck aus dem Mundwinkel lugte. Herrlich. Oder wie du mich mit leichtem Erstaunen „was ist?“ gefragt hast, wenn ich dich angegrinst habe – und ich „nichts“ antwortete, und eigentlich gar nicht aufhören konnte, dir so Vieles zu sagen. Ich hätte nie gedacht, dass mir mal ein Mensch wie du begegnen könnte. Ich mit meinen desillusionierten Gefühlen für Liebe, an die ich gar nicht mehr glauben konnte – und die mich vor langer Zeit so verletzt und in einen Turm namens Einsamkeit verbannt hatte.

Dieses Liebe, mit dem so oft leichtfertig umgegangen wird.

Du nicht.

Du bist nicht leichtfertig damit umgegangen. Hast mich zart und vorsichtig gelehrt, wie es ist, wieder lieben zu können. Vielleicht das erste Mal wirklich und ohne ängstliche Vorbehalte zu lieben, ohne Misstrauen glauben zu können. Geliebt zu werden. So wie ich bin, und nicht anders sein kann. Wir haben es dankbar genommen, dieses zarte Etwas, dieses Gefühl was Liebe sein könnte. Haben es zwischen uns wachsen lassen, es behütet und geschützt, mit Vertrauen und Verständnis füreinander bereichert, Stück für Stück und Jahr um Jahr. Groß geworden war sie, diese Liebe zwischen uns, für uns. Beständig und die Basis unseres gemeinsamen Seins und immer wieder mit diesem Leuchten in deinen Augen, in meinen, in unseren.

Ja, ich mochte es, dich zu beobachten.

Egal, ob du dich gerade über etwas geärgert hattest und sich dabei deine so hübsch geschwungen Augenbrauen zusammenzogen und dabei fast noch hübscher ausgesehen haben. Oder ob wir uns ne alte Liebes-Schmonzette angeschaut hatten, und dir ein paar Tränchen die Wangen runter liefen, weil du so ein großer, intensiver Herzensmensch gewesen bist, so gütig und so offen. Fast noch so unbedarft wie ein unschuldiges Kind, das die dunklen Seiten des Lebens noch nicht kannte. Aber wir haben sie beide kennen lernen müssen, diese dunklen Seiten, jeder für sich auf seinem Weg zu uns, und zusammen auf dem gemeinsamen Weg, den wir so viele Jahre zusammen gegangen sind.

Meine Angst um dich, als du so schwer krank warst und drohtest, mir für immer zu entgleiten und es doch geschafft hattest, dem Tod zu entkommen. Deine Angst um mich, als ich für lange Zeit glaubte an meinen Selbstzweifeln zu ersticken und nicht mehr ein noch aus wusste und in dieses tiefe, schwarze Loch gefallen bin – und du immer für mich da gewesen bist. Du, mit diesem Leuchten in deinen Augen und deiner unendlichen Geduld, mir da wieder raus zu helfen.

Du.

Endlos, endlos könnte ich von dir erzählen. Von dir, wie du warst und wie niemals ein Anderer sein kann. Wie stolz ich auf dich war, wie sehr ich dich brauchte.

Du. Wie sehr ich dich geliebt habe und wie sehr diese Liebe zu dir bis heute meinen Herzschlag bestimmt.

„…ist doch nur Liebe!“, hast du mal gesagt, und mir dabei den frischen Parmesan auf die dampfende Pasta gestreut. „Es ist viel mehr als das“, habe ich damals grinsend erwidert. „So viel mehr“ Und jetzt ist sie alles, was von dir, von uns geblieben ist, in meinem Herzen.

Und meinen Erinnerungen an dich.

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