Hackenrummsler
Hackenrummsler

Hackenrummsler

Worte, mir fehlten die richtigen Worte. Dich anzusprechen. Mir fehlte der Mut, irgendwas zu sagen, etwas zu tun. Egal was und alles, nur damit du gleich nicht wieder verschwindest. Was sag ich nur?

Hab mich verguckt. Damals und in dich, als du dich erstaunt und strafend nach mir umgedreht hast. Strafend, weil ich dir mit dem Einkaufswagen in die Hacken gerummst bin. Versehentlich, natürlich. Was sonst? An der Kasse. Erstaunt, weil ich verlegen was von „…tschuldigung“ murmelte. An der Kasse und erstaunt, weil ich wegen deinen gerummsten Hacken wie ein bedröppelter Blödstoffel schaute. So blöde und vor allem wegen deinem Blick, den du so schautest.Verlegen und rot wie ein blank leuchtender Pavianhintern bin ich geworden.

Deswegen und wegen deinem Blick. Aus Augen so grün und strahlend und so abschätzend und herablassend. Dieser Blick aus deinen Augen und so zum Verlieben grünschön. Hast deine Einkäufe lässig nach und nach drauf gelegt. Auf dieses Kassenlaufband. Und ich wäre am Liebsten hinterher gehopst, aufs Band und nach dir lechzend zwischen deine Einkäufe drapiert. So sehr gerissen hat es mich, als du so schautest. Gezittert haben sie, meine Beine und gerast sind sie, meine Gedanken. Hauten rechts und links gegen meinen Schädel, vor und zurück und rasend und fast schon schmerzwimmernd. Klamm und feucht, meine Hände und ich dachte, dass es mir jeden Moment kraft und saftlos die Beine wegreißt. Damals, als ich mich mit einem einzigen Blick in dich verguckt habe. An der Kasse und hinter deinen Hacken.

Worte, mir fehlten die richtigen Worte. Dich anzusprechen. Mir fehlte der Mut, irgendwas zu sagen, etwas zu tun. Egal was und alles, nur damit du gleich nicht wieder verschwindest. Was sag ich nur? Ich kann doch nicht noch mal in sie reinfahren. In deine Hacken. Kann ich nicht? Sicher? Ich konnte dich riechen. Deinen Duft, so auf die Knie fallend benebelnd. So geil, so verliebt und kirre machend. Verdammt, kein einziges Wort wollte sich formen. Keine Regung in mir konnte signalisieren, dass du dich noch mal umdrehen und mich ansehen sollst. Dass du sehen sollst, wie sehr du mich gerissen hast. Doch vielleicht noch mal den Wagen? Hab meine Sachen aufs Band gelegt, langsam und immer noch am ganzen Körper bibbernd. Verstohlen, mein Blick zu dir rüber. Diese dunklen, keck geschwungen Augenbrauen und Wimpern, so lang und ohne irgendwie tuckig zu wirken. Und an denen ich mich am Liebsten Wimper für Wimper direkt in dein Herz gehangelt hätte. Jauchzend und in diesem Moment. An der Kasse.

Du hast sie beim Zahlen angegrinst. Diese zurückgrinsende Kassiererin. Neid kam in mir hoch. Und Eifersucht. Auf sie. Was erlaubt die sich? Wie kann sie nur? Sieht sie nicht, wie ich leide? Hast gezahlt und deinen Kram vom Laufband eingesammelt. Mit diesen Händen, so feingliedrig und so schön. Wie es sich wohl anfühlen mag, wenn sie mich berühren, diese Hände? Gleich würde ich mich vor Aufregung aufs Laufband übergeben, oder gleich in den Kassiererinnenkittelausschnitt. Ganz sicher. Nix mit diesen blöden Schmetterlingen im Bauch und so. Ne ganze Herde Elefanten galoppierte gerade da durch. Durch meinen Bauch und zum Magenumdrehen galoppierend. Verdammt, gleich ist er weg. Gleich und jeden Moment, dachte ich und knallte ihm wieder in seine Hacken. Du hast dich wieder zu mir herumgedreht. Mit erstaunt erhobener Augenbraue, der geschwungenen. Stille. Starren. Pavianarschfeuerrot, mein Gesicht. Hast mich angeschaut, mich taxiert. Von oben nach unten und von unten nach oben.

„…immerhin origineller als ein hast du mal Feuer“, hast du gesagt. Und mich dabei so unverschämt irre machend breit angegrinst. Und ich hab zurückgegrinst. Nicht breit, aber blöde. Weil du so schautest, wie du schaust.

Damals und wie heute.

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